Hüft TEP
Totalendoprothese
-künstliches
Hüftgelenk
Bei Abnutzungserscheinungen
des Hüftgelenkes (Arthrose) erfolgt die Behandlung in der
orthopädischen Praxis oft über Jahre. Neben Bestrahlungen und
Tabletten gegen Entzündungen und Schmerzen werden oftmals
Spritzen ins Gelenk verabreicht. Nach einiger Zeit helfen
jedoch auch die besten Therapien nicht mehr.
Der Orthopäde schlägt vor, eine Hüft - Prothese
einbauen zu lassen. Dies kann weitere Zerstörungen des
Gelenkes verhindern. Weiterhin wird man die Schmerzen los und
kann nach einiger Zeit wieder gut laufen. Man gewinnt Freude
am täglichen Leben und kann im Alltag wieder aktiver und
beweglicher sein.
Wie wird diese Operation
durchgeführt?
Zumeist erhält der Patient vom
Orthopäden oder Hausarzt einen Überweisungsschein. Der Patient
ruft im Krankenhaus an. Er erhält zunächst telefonisch einen
Termin für die ambulante Sprechstunde der orthopädischen
Abteilung. Zu diesem Termin geht der Patient mit allen
Unterlagen, allen Gesundheitspapieren und sämtlichen
Röntgenbildern und wird vom Orthopäden
untersucht.
Der Orthopäde schlägt die
Operation vor. Er erläutert alle wichtigen Themen und
beantwortet die Fragen des Patienten. Dann erhält der Patient
einen Termin zur stationären Aufnahme. An diesem Tag meldet er
sich auf der verabredeten Station im Krankenhaus bei der
Stationsschwester. Diese zeigt dem Patienten sein Zimmer und
sein Bett. Dann erfolgen die Befragung durch die
Krankenschwestern und die Aufnahmeuntersuchung des
Stationsarztes. Der Stationsarzt erklärt dem Patienten
nochmals genau was auf den Patienten zukommt. Noch
erforderliche Untersuchungen werden eingeleitet (Röntgen, EKG,
Blutabnahme usw.).
Der Narkosearzt kommt auf
die Station und bespricht mit dem Patienten welche
Narkosearten in Frage kommen / welche Art der Narkose für den
speziellen Eingriff empfohlen werden kann. Narkosearzt und
Patient legen ein Verfahren fest und besprechen, welches
Reserveverfahren in Frage kommt (z. B. Rückenmarksnarkose -,
bei schlechter Wirksamkeit umschwenken auf
Vollnarkose).
An diesem Tag kann sich der Patient nach
getaner Untersuchungsarbeit frei bewegen und normal
ernähren.
Am nächsten Morgen bleibt der
Patient nüchtern (nicht essen, nicht trinken) und wird auf die
Operation vorbereitet und erhält gegebenenfalls eine Tablette
zur Beruhigung. Oft wird eine Rasur des Operationsbereiches
erforderlich. Der Patient wird von der Schwester im Bett zum
Operationssaal gebracht. Dort wird er von dem Anästhesisten
empfangen und in den Operationssaal geschleust. Dort erhält er
eine Narkose und wird
operiert.
Der Orthopäde lagert den Patienten auf
den Rücken auf dem OP-Tisch. Er wäscht den Operationsbereich
und große Körperteile drumherum mit Desinfektionslösung etwa
dreimal ab. Dann wird der Patient mit sterilen Tüchern
abgedeckt.
Das Operationsteam beginnt mit dem Einbau der Hüft -
Prothese (Totalendoprothese - TEP). Zunächst platziert der
Operateur den Hautschnitt außen über dem Hüftgelenk am oberen Oberschenkel.
Er präpariert Fettgewebe, Sehnen und Muskeln und arbeitet
sich sorgsam an Nerven und Blutgefäßen vorbei. Mit
orthopädischen Werkzeugen dringt das OP Team bis zum Hüftgelenk
vor. Dann durchtrennt der Operateur den Oberschenkelknochen
an einer bestimmten Stelle und zieht mit einem
dem Korkenzieher ähnlichen Gerät den verschlissenen Hüftkopf aus
der Gelenkspfanne. Dann wird die Pfanne mit
runden Fräsen per Pressluftantrieb sauber ausgefräst. Dann wird das Teil
der neuen Hüftgelenks-Pfanne eingepasst und
entweder einzementiert oder fest verklemmt. Selten kommen auch Verschraubungen
zur Anwendung. Dann lagert das Operationsteam das betroffene Bein
um. Es soll in den Knochenhohlraum des Oberschenkelknochens
ein Prothesenschaft eingefügt werden. Deshalb wird der Hohlraum
eröffnet und mit einer Raspel schrittweise vergrößert bis
die richtige Größe für den Einbau des Schaftes
erreicht ist. Dann wird der Prothesenschaft entweder mit
Knochenzement in den Knochen eingeklebt oder
eingepresst.
Der Operateur steckt den Prothesenkopf
auf den Schaft und fügt alle Prothesenteile erstmals zusammen.
Jetzt zeigt sich bei bestimmten Prüfungsübungen ob das neue
Hüftgelenk gut zum Körper des Patienten
passt.
Wenn das Ergebnis perfekt
ist, kann das Operationsteam die Wunde Schicht für Schicht mit
speziellen Fäden verschließen.
Damit die Wundflüssigkeit leicht
abfließen kann, werden Plastikschläuche (Drainagen) zwischen
den Schichten der Weichteile platziert. Dann wird die Wunde
mit einem saugkräftigen, sterilen Verband abgedeckt. Das
betroffene Bein wird mit elastischen Binden bis hinauf zum
Bauch gewickelt und somit leicht unter Druck gesetzt. Dies
verhindert die Bildung von Thrombose und hemmt eine eventuelle
Blutung.
Während der Operation ist das austretende
Blut mit einem Auffangsystem gesammelt, gereinigt und als
Infusion wieder in den Blutkreislauf zurückgegeben
worden.Nach der Operation wird das neue
Hüftgelenk noch im Operationssaal erstmals geröntgt. Danach
wird der Patient noch eine kurze Zeit lang in der Nähe des
Operationssaales im sogenannten Aufwachraum überwacht und kann
dann zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation verlegt
werden. Am nächsten Tag wird der Patient wieder auf seine
angestammte Station verlegt. In der Regel beginnt nun die
körperlich sehr anstrengende Zeit der
Krankengymnastik.
Der Patient wird von
Fachpersonal (Krankengymnasten) beim ersten Aufstehen, beim
Gehen mit Gehstützen und später beim Treppensteigen mit
Gehstützen begleitet. Es werden Übungen zur Stärkung der
Muskulatur und für die Beweglichkeit des neuen Gelenkes
trainiert.
Mindestens einmal täglich kommen die
Ärzte der Station zur Visite und klären den Gesundheitszustand
mit dem Patienten ab und leiten Maßnahmen zur Verbesserung der
Genesung ein. Dabei ist es wichtig, bestehende Fragen zu
klären. Hierzu bietet sich für den Patienten ein kleiner
Notizzettel an, damit keine Frage vergessen werden kann. Der
Sozialdienst des Krankenhauses bespricht mit dem Patienten die
weitere Behandlung in einer Rehabilitationseinrichtung.
Daraufhin wird ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt und
die Patienten erfahren schriftlich wann und wo die
Rehabilitationsmaßnahme (Anschlußheilbehandlung-AHB)
durchgeführt werden kann.
Am ersten oder zweiten Tag nach der Operation am
Hüftgelenk wird der Verband das erste Mal gewechselt. Dabei
werden die Dränagen gezogen (nicht so schmerzhaft wie
landläufig bekannt). Der Patient wird in der Röntgenabteilung
untersucht (Röntgenbild der Hüfte). Zirka am 12. Tag nach der
Operation (12. postoperativer Tag). Ist die Wunde so gut
verheilt, dass die Hautfäden entfernt werden können. Nach 15
bis 20 Tagen ist der Genesungsprozess weit genug
fortgeschritten und die Verlegung in die AHB
(Anschlußheilbehandlung) kann stattfinden. Die Rehabilitation
in der AHB dauert in der Regel drei Wochen. Für Ausnahmefälle
kann die Rehabilitation auch ambulant durchgeführt werden.
Letzteres ist aufgrund der geringeren Intensität nur in
Ausnahmefällen
empfehlenswert.