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07/2007:
"Ärztekammer Berlin lehnt elektronische
Gesundheitskarte in jetziger Form ab
Delegierte beschließen Resolution gegen eine überhastete
Einführung
Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin lehnt die
elektronische Gesundheitskarte in der aktuell geplanten Form ab. Die
Berliner Delegierten schließen sich damit den Beschlüssen des 110.
Deutschen Ärztetages in Münster an. Das Ärzteparlament betont, dass
eine Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der damit
notwendige elektronische Arztausweis nicht zu Lasten des
Arzt-Patienten-Verhältnisses gehen dürfe. Es müsse vor jeder
Entscheidung eine klare rechtliche Bewertung sowie eine belastbare
transparente Kostenrechnung für die Ärzte vorliegen. Die Delegierten
hoben zugleich hervor, dass sich die Berliner Ärzteschaft neuen
Technologien nicht verschließe. "Dennoch, es sind die Bedürfnisse
der Patienten und Ärzte, um die es geht, (Weiter-) Entwicklungen
sind unabdingbar, aber sie müssen auf täglichen Erfahrungen in
Klinik und Praxis aufbauen", heißt es in der Resolution weiter und:
"Von oben verordneter, überhastet durchgedrückter so genannter
Fortschritt hilft nicht, schadet nur." Auf dem Deutschen Ärztetag
hatten die Delegierten festgestellt, dass das
Arzt-Patienten-Verhältnis durch die Speicherung hoch sensibler Daten
auf zentralen Rechner schwer beschädigt werde. Der Zugriff auf diese
Daten und der Missbrauch durch Dritte könne nicht sicher verhindert
werden. Zudem gibt es nach Ansicht der Ärzteschaft keinen belegbaren
medizinischen Nutzen und die Praxisabläufe würden erheblich
behindert. Darüber hinaus warnen sie davor, die Kosten für diese
milliardenschwere Entwicklung auf Patienten und Ärzte abzuwälzen.
Die elektronische Gesundheitskarte wird auch eines der Hauptthemen
auf dem 111. Deutschen Ärztetag 2008 in Ulm sein
Resolution der
Delegiertenversammlung der Ärztekammer
Berlin
Die DV der Ärztekammer Berlin hat am 4. Juli 2007
folgende Resolution beschlossen: Die Delegiertenversammlung der
Ärztekammer Berlin begrüßt die Beschlüsse des 110. Deutschen
Ärztetages 2007 in Münster zur "Elektronischen Gesundheitskarte".
Sie bestätigt ausdrücklich auch die Position der Ärztekammer
Berlin wie sie aus diversen Stellungnahmen u. a. in der
Kammerzeitschrift Berliner Ärzte hervorgeht.
Begründung: Schon
weit vor der jetzt in vielen Landesärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen geäußerten
Kritik und Ablehnung zur Einführung
der e-Card hatte die Berliner Ärzteschaft auf die eigentlichen Kernpunkte
hingewiesen. Eine Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und
der damit notwenige elektronische Arztausweis darf nicht
zu Lasten des Arzt-Patientenverhältnisses gehen. Es muss vor
jeder Entscheidung eine klare rechtliche Bewertung sowie
eine belastbare transparente Kostenrechnung für die Ärzte vorliegen.
Die Berliner Ärzteschaft verschließt sich nicht neuen Technologien.
Dennoch, es sind die Bedürfnisse der Patienten und Ärzte
um die es geht, (Weiter-) entwicklungen sind unabdingbar, aber sie
müssen aufbauen auf täglichen Erfahrungen in Klinik und
Praxis. Dort müssen Ziele definiert und Wege aufgezeigt und
auch neue gegangen werden. Von oben verordneter, überhastet durchgedrückter so
genannter Fortschritt hilft nicht, schadet nur.
Eine Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der genannten Resolutionen und
Stellungnahmen findet durchaus die grundsätzliche Zustimmung
der Berliner Ärzteschaft..." aus Website der Ärztekammer
Berlin
Pleite bei der Einführung
der neuen Kassen-Chipkarte, Berliner Zeitung - Schlagzeile vom
13.07.05: "schon jetzt ist klar: Sie wird vorerstweniger können als
versprochen
Startschuss in
Bayern, ...kommenden Donnerstag soll zumindest in Bayern das
Startsignal für einen größeren Modellversuch in Ingolstadt gegeben
werden. ...Doch der Vorstoß Bayerns trügt. Frühestens 2008,
womöglich erst 2010, dürften für alle rund 82 Millionen Bundesbürger
Karten ausgegeben sein... ...Zudem wird der neue Ausweis anfangs
vergleichsweise wenige Funktionen bieten: 'die Gesundheitskarte ist
in der ersten Stufe relativ doof ', heißt es bei der Techniker
Krankenkasse.... ...So wird die Karte vor allem die Abrechnung von
Leistungen vereinfachen. ...Womöglich noch ein Jahrzehnt
entfernt ist man von einer elektronischen Patientenakte, ..."
Dieser Artikel zeigt,
die Kassen wittern Einsparungen durch die verbesserten
Abrechnungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie in Milliardenhöhe.
Aber der wirkliche Vorteil für die Patienten wird in der
nächsten zeit nicht realisiert.
Zwar ist die Einrichtung
von Notfallinformationen auf der Gesundheitskarte freiwillig, die
Stammdaten und das elektronische Rezept sind jedoch
Pflichtbestandteile der gespeicherten Informationen.
Die
Berliner Zeitung vom 11. Februar 2005 schreibt unter der
Schlagzeile: Industrie: Zeitplan für Gesundheitskarte kaum zu
halten
Die Einführung elektronischer
Gesundheitskarte zum geplanten Zeitpunkt ist nach Ansicht der
Industrie gefährdet. 'Die pünktliche Einführung der Karte im Jahr
2006 droht zu scheitern, wenn auf das Expertenwissen der Industrie
verzichtet wird' , sagte Vizepräsident Präsident des Bundesverbandes
Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien
(Bitkom)
..
. der Verband warnte zudem davor die Karte zunächst
nur als Spar-Version zu realisieren, die nur die Pflichtanwendungen
wie Personendaten und elektronische Rezepte erlaubt. Hingegen
müssten von Anfang an auch freiwillige Funktionen wie der
elektronische Arztbrief, wie elektronische Patientenakte und der
Medikamentenabgleich möglich sein. Nur so könne die Karte ihre
Vorteile für die Versicherten entfalten und massive Einsparungen bei
Behandlungskosten, Medikamentenverordnung und Verwaltung erzielt
werden.Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollen
alle Beteiligten im Gesundheitswesen vernetzt werden. Dazu wird die
Karte in ein Gerät in der Arztpraxis beim Apotheker oder in der
Klinik eingelesen. Die auf ihr gespeicherten Daten sind dann
abrufbar. Gleichzeitig sind die Lesegeräte mit Servern in
Rechenzentren verbunden, wo ebenfalls Informationen lagern. Die
Rechenzentren sind wiederum mit den Datenverarbeitungsanlagen der
Krankenkassen verbunden. Da es sich bei Angaben zur Gesundheit um
hochsensible Personendaten handelt, sind jedoch noch wesentliche
Datenschutzfragen zu klären. Beispielsweise ob die freiwilligen
Angaben direkt im Kartenchip oder auf einem Server gespeichert
werden."
Deutsches Ärzteblatt vom 15. Oktober
2004: "Strukturen verbessern -
Gesundheitsministerium fordert professionelles
Projektmanagement Bei der Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte setzt die Regierung vorerst weiter auf den Konsens
der Selbstverwaltung. Bisher haben nur die Kassen fristgerecht ein
Konzept zur Lösungsarchitektur vorgelegt. Der Entwurf wird jedoch
von den Leistungserbringern, vom Bundesgesundheitsministerium und
der Industrie als inkonsistent und lückenhaft beurteilt.'ir
unterstützen den Diskussionsprozess der Selbstverwaltung weiter',
betonte Dr. Stefan Bales vom Ministerium beim vierten Wieslocher
Symposium. Das Papier werde zur Zeit geprüft, und man sei dabei,
eine Liste mit Fragen an die Spitzenverbände zu erarbeiten. Das
Ministerium kritisiert vor allem die schwerfälligen
Entscheidungsstrukturen und das unzureichende Projektmanagement. es
fordert deshalb einen gemeinsamen Projektmanager mit weit reichende
Entscheidungsbefugnis, der das Kartenprojekt vorantreiben soll. Der
Vorschlag stößt jedoch auf wenig Gegenliebe bei der
Selbstverwaltung. Diese will sich bis zum einen 20. Oktober auf
Einlösung einigen. Der Zeitplan für die Einführung der Karte hat
sich bereits nach hinten verschoben. So sollen erst ab dem dritten
Quartal 2005 die Ausschreibungen für die großen Testphasen beginnen
ab dem vierten Quartal sind Tests geplant, die sich über zwei
Quartal erstrecken und den Charakter einer probeweisen Einführung
haben sollen." das deutsche Ärzteblatt vom 23. August 2004
berichtet : "Patientenhoheit über die Daten beeinträchtigt den
propagierten Nutzen. Die elektronische Gesundheitskarte
unterliegt der Hoheit des Patienten.Er allein bestimmt, welche Daten
gespeichert werden, heißt es in einer Mitteilung der
kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der
kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Der Patient allein sollte
auch entscheiden, ob Daten für bestimmte Ärzte gesperrt werden.Die
Vereinigungen weisen jedoch darauf hin, dasssich ein möglicher
Missbrauch der Daten durch eine zentrale Speicherung nicht völlig
verhindern lässt. Sie kritisieren, dass der behandelnde Arzt
sich dadurch auf die Vollständigkeit der gespeicherten Daten nicht
verlassen kann und kostentreibende Doppeluntersuchungen und
Verschreibungen auch künftig möglich sind. Für dieses Dilemma habe
das Bundesgesundheitsministerium bisher keine Lösung aufgezeigt,
heißt es. Die Vorteile der Karte würden durch die Patientenhoheit
über die Daten konterkariert.Der Zweite KBV - Vorsitzende Dr. med.
Leonard Hansen betonte: 'das Projekt kann nur gelingen, wenn
Akzeptanz bei Ärzten und Patienten vorhanden ist. Deshalb fordern
wir, die Daten dort zu lassen, wo sie sicher sind: in dem durch das
StGB geschützten Bereich der Praxen.'
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Kommentar von
Pfx
Pfx 2007:
Eine Chipkarte, die dem Patienten gehört ist gut. Daten der
Gesundheit werden darauf gespeichert sein. Auch gut. Das große
Interesse des Deutschen Gesundheitssystemes gilt
aber keineswegs den Patienten. Einsparungen durch Abbau von
Bürokratie, Vermeidung von
Mehrfachuntersuchung/Doppelbehandlung und Beschleunigung der
Behandlung sollen mit einer Patientenchipkarte erreicht werden.
Doch leider wirft das von staatswegen befohlene Sammeln von Daten
Sicherheitsmängel auf. Auf der Chipkarte können derzeit
nur sehr wenige Daten gespeichert werden. Man will nun auf
großen Computern zentral massenhaft Patientendaten speichern, die
früher nur in den Karteikarten des Hausarztes zu finden gewesen
sind. So ist der Gläserne Patient geboren, von Versicherungen
und Arbeitgebern sicherlich bald ebenfalls durchschaubar. Das ist
nicht gut.
Pfx 2004:
Die Krankenakte sichern und führen, Notfalldaten
ständig parat haben, auf Wunsch dem behandelnden Arzt die relevanten Informationen
der eigenen Krankengeschichte zur Verfügung stellen - das ist
Patientenfax.
Ein großer
Vorteil von Patientenfax ist die Unabhängigkeit von Krankenkasse und
Verwaltung oder Politik.
In der Notfallmedizin ist das
Zurückgreifen auf die Krankengeschichte des Patienten
erfahrungsgemäß äußerst wichtig.
Die EU arbeitet seit längerem
an der Entwicklung einer sogenannten Gesundheitskarte. Hierdurch
soll vor allem ein Werkzeug zur Senkung der Gesundheitsausgaben
entstehen.
Für den Patienten bietet eine elektronische
Gesundheitskarte die Möglichkeit wichtige Informationen kompakt zu
speichern und im Notfall an den behandelnden Arzt zu liefern.
Die
Kosten für dieses Projekt sollen ca. 1,4 Milliarden betragen.
Ärzte, Apotheker und Krankenkassen haben Zugriff auf die Daten der
Versicherten. Geplant ist ebenfalls die Einrichtung von zentralen
Datenbanken.
Der Zeitplan sieht die Einführung der
Gesundheitskarte für den ersten Januar 2006 vor. Schon heute ist
klar, dass die Vorteile dieses technischen Hilfsmittels für den
einzelnen Patienten sehr überschaubar wenn nicht gar äußerst gering
sind, wenn er nicht bereit ist, seinen persönlichen Datensatz mit
brisanten Informationen über Gesundheit (u.a. Medikamentenbedarf,
Krankengeschichte, Häufigkeit von Arztbesuchen usw.) an große
Institutionen weiterzuleiten.
Patientenfax.de
findet: 2006 ist es wohl soweit. Endlich ist sie da. Jedenfalls soll schrittweise eine
neue Chipkarte (Gesundheitskarte) für jeden Kassenpatienten zur
Verfügung stehen. Es wurde eigentlich auch Zeit.
Um die
rauhen Mengen Papier eines Patienten hat sich bislang niemand
gekümmert. Dabei lebt die Medizin von den Informationen aus der
Krankenakte. Die Art und Dauer der Behandlung hängt oft wesentlich
von der Krankengeschichte des Patienten ab. Das ist schon seit
Jahrzehnten so.Jedes Blatt Papier kann wichtige Informationen
enthalten. Solche wichtigen Gesundheitspapiere sind Dokumente. Diese
Dokumente verblieben bislang in der Praxis des Arztes.Wenn ein
Mensch erkrankte, standen ihm wesentliche Informationen oft nicht
zur Verfügung.
Die neue Gesundheitskarte kann wichtige
Informationen des Patienten speichern.Prinzipiell ist das System
Chipkarte ein Schritt in die richtige Richtung.Sieht man jedoch
zwischen den Zeilen der politischen Verlautbarungen nach, kann man
erkennen, daß es sich bei den Anstrengungen um die Einführung der
neuen Chipkarte, um einen weiteren kläglichen Versuch handelt, Geld
im Gesundheitssystem einzusparen.
Patientenfax hat keine
politischen Interessen. Wir möchten, dass jeder Patient im Notfall
mit den wichtigsten Daten seiner Krankengeschichte ausgerüstet
ist.Patientenfax.de stellt seinen Kunden seit März 2003 diese
Möglichkeit zur Verfügung.
Patientenfax.de hofft, dass die
nächsten Monate mehr vorteilhafte Details der Chipkarte für alle
Patienten an das Tageslicht bringen und weniger die
finanzpolitischen Wunschträume einzelner
Herrschaften.
Fragen, die weiter offen sind: Zu welchem Zeitpunkt hat jeder
Kassenpatient in Deutschland die neue Chipkarte voll zur
Verfügung?Erhalten Privatpatienten ebenfalls eine neue Chipkarte?Was
machen Patienten im EU-Ausland mit der Chipkarte?Was kann man mit
der Chipkarte außerhalb Europas anfangen, z. B. in Amerika? Was tun,
wenn man im Notfall keine Chipkarte zur Hand hat?Wann wird in den
restlichen EU-Ländern eine neue Chipkarte eingeführt?
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